Zuletzt aktualisiert am 13. August 2022 LSD-Horrortrips (engl. bad trips) sind berüchtigt, viele haben Angst vor ihnen, so mancher hat schon bewusst auf LSD oder andere ähnliche Substanzen verzichtet um sie nicht erleben zu müssen, andere tragen langwierige psychische Schäden davon und haben die Angst ihres Lebens: Die Rede ist von Horrortrips, die man nach dem Konsum von Psychedelika wie LSD, Psilocybin, DMT, (Zauber-)Pilzen, Delirantia wie DPH, Atropin und Dissoziativa wie Ketamin oder DXM bekommen kann. Ich erkläre euch was Horrortrips sind, welche Ursachen sie haben und wie man Horrortrips vermeiden kann.

Was sind LSD-Horrortrips überhaupt? Ab wann ist ein Trip „Horror“?

Diese Definition mag jeder für sich selbst festlegen. Grundsätzlich kann man aber sagen, wenn man sich unwohl fühlt und dieses Unwohlsein stetig stärker wird, meist gefolgt von Angstzuständen. Unter den meistgenannten Symptomen für einen Horrortrip werden von Personen, die einen erlebt haben, folgende genannt: Panikanfälle, Gefühle des Alleinseins, Verlust der Selbstwahrnehmung, Depersonalisation (man beachtet seinen Körper von außen, wie in einem Film. Der eigene Körper, deine Gefühle, aber auch andere Menschen, Orte und Objekte wirken fremd auf dich (Derealision genannt), Weinkrämpfe, Verfolungswahn, sowie oftmals auch Todesangst.

horrortrip vermeiden

Aus Worlds Beyond Comics. No. 1. 1951.

Ursachen von LSD-Horrortrips

Das Thema ist sehr komplex. Die Wissenschaft ist sich noch nicht klar, wieso Horrortrips entstehen und wann und bei wem. Zusammenfassen kann man aber bisher, dass es in hohem Maße an dem Gemütszustand der Person abhängt (Set und Setting genannt).[mfn]https://de.wikipedia.org/wiki/Horrortrip#Ausl%C3%B6sende_Faktoren[/mfn] Deshalb sollte man nie Drogen und vorallem halluzigone Substanzen zu sich nehmen, wenn man gerade traurig ist, unter Depressionen leidet oder anfällig ist für psychische Erkrankungen oder Psychosen. Ferner kommt es auf die Umgebung an. Befindet man sich in einem vertrauten Umfeld, in dem man sich wohl fühlt mit wenigen Freunden oder an einem fremden Ort auf einer vollen, stickingen und dunklen Party könnte man mit dieser Situation überfordert sein und leicht Panik bekommen. Der Horrortrip nimmt seinen Lauf.

Passieren während eines Trips unvorhergesehene Dinge, z.B. die Eltern kommen überraschend vorbei oder einen Tag früher nach Hause, dem besten Freund geht es auf einmal Scheiße und übergibt sich ständig, kann das ebenfalls den Trip negativ beeinflussen. Man kann nie alles 100% durchplanen, aber ich mache mir vor einem Trip gerne einen groben Ablauf, bereite mich die Tage vorher darauf vor (Räume auf, Kaufe ein), vermeide Mischkonsum und sorge sonst dafür, dass man nicht gestört wird.

Ich habe übrigens bis heute noch nie LSD genommen, wenn mehr als 10 Leute anwesend waren. Zwar habe ich es schon öfter genommen, wenn Familie in der Nähe war oder selbst in der Innenstadt und ich habe es vor auf Festivals zu nehmen, allerdings hätte ich keine Lust LSD oder gar Ketamin (!) in Discos u.Ä. zu nehmen, wie es einige meiner Freunde bereits taten. Manche Drogen wie DMT oder Ketamin nehme ich am Liebsten sogar Alleine oder mit meiner Freundin. Bisher weigere ich mich die mit mehr Leuten nehmen zu wollen, aus Angst vor Unwohlsein (was auch zu einem negativen Trip führen könnte).

Forscher von der Johns Hopkins University School of Medicine haben übrigens festgestellt, dass die Persönlichkeit ebenso eine Rolle spielen kann. Weniger Charaktereigenschaft wie Introvertiertheit oder Gewissenhaftigkeit, sondern viel mehr wie labil eine Person ist. Leidet man also im Alltag häufiger unter Ängsten, Sorgen, Stress oder Stimmungsschwankungen, lösen Halluzigone Zauberpilze stärkere negative Erfahrungen aus. Dies ging aus einer Studie hervor, in der rund 2000 erwachsene Teilnehmer befragt wurden und über ihre schlimmsten Erfahrungen mit Magic Mushrooms zurückdenken sollten und dabei angaben wie sehr sie dabei Ängste, Trauer, körperliche Anspannung, Paranoia, isolation und das Gefühl verrückt zu werden oder zu sterben verspürten. Ebenso gaben sie an einem Fragebogen Fragen zu den Big Five an, den fünf Facetten der Persönlichkeit, aus dem sich dann oben genanntes Ergebnis leiten lies. [mfn]https://www.spektrum.de/news/wem-droht-ein-horrortrip/1463813[/mfn]

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Wie kann man LSD-Horrortrips vermeiden?

An dieser Stelle wird es mal wieder wissenschaftlich. Ich versuche die zitierten Studien so verständlich wie möglich zusammenzufassen und werden natürlich alle verlinken, falls sich jemand detallierter damit befassen möchte. Am Ende gibt es eine Zusammefassung.

Letztendlich sind die Untersuchungen aber alle nicht wasserfest und es werden noch Jahre an Nachforschungen benötigt, um vielleicht einmal 100% Gewissheit erlangen zu können, wie man Horrortrips letztendlich verhindern kann. Einige der hier genannten Möglichkeiten können aber ohne Probleme selbst ausprobiert werden. Schreibt mir gerne eure Erfahrungen und Beobachtungen in die Kommentare!

Vor kurzem wurde diese wissenschaftliche Arbeit von Mason et. al veröffentlicht, in dem die verschiedenen Neurotransmitter untersucht wurden, die mit „positiven oder negativen Ich-Auflösungen“ bei serotonergen Psychedelika zusammenhängen.

Die Forscher fanden heraus, dass niedrigere Glutamatwerte (der wichtigste exzitatorische Neurotransmitter) im medialen präfrontalen Kortex und im Hippocampus mit guten Trips korrelieren, während höhere Glutamatwerte mit schlechten Trips korrelieren.

Dies hat schwerwiegende praktische Auswirkungen – eine höhere Glutamaterregung wird vom Gehirn auf natürliche Weise über die Freisetzung von GABA (dem wichtigsten hemmenden Neurotransmitter) aufgefangen. Mehr GABA im medialen präfrontalen Kortex und im Hippocampus sollte somit durchweg in der Lage sein, gute Trips zu induzieren.

Die Verwendung von glutamathemmenden oder GABAergen Substanzen, Kräutern und Nahrungsergänzungsmitteln kann eine hochwirksame Methode sein, um aktiv gute Trips und positiv empfundene Ego-Deaths (mehr dazu: https://lonerwolf.com/ego-death/) zu induzieren.

Ego death can feel scary because it is the ultimate threat to the ego: complete loss of “self,” if only for a minute. As a defense mechanism, the ego creates intense fear. However, in order to progress on our spiritual paths, we must understand the role of this fear, be mindful of it, and not permit it to limit us. – https://lonerwolf.com/ego-death/

Lavendelöl ist GABAerge und ist eine extrem starke Anti-Angst-Ergänzung (vergleichbar mit Benzos in anxiolytischer Wirkungsgröße), ohne ernste Nebenwirkungen und ohne Suchtpotential. [mfn]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3612440/[/mfn]

Auf Amazon nutze ich übrigens diese Lavendelölkapseln. Seitdem meine Freunde und ich Psychedelika mit Lavendel kombieren, hat keiner von uns mehr Angstzustände während eines Trips!

L-Theanin ist auch GABAerge und ein mildes Anxiolytikum. Anekdoten zufolge war jede einzelne Reise in Kombination mit hohen Dosen von L-Theanin sehr positiv.[mfn]https://academic.oup.com/nutritionreviews/article/72/8/507/1919604[/mfn]

Meditation reduziert auch die Aktivität in Hirnarealen, von denen bekannt ist, dass sie schlechte Trips verursachen.

Koffein erhöht tatsächlich die Glutamat-Aktivität, so dass hohe Dosen von Koffein bei manchen Menschen tatsächlich an den schlechten Trips beteiligt sein können. Vorallem unangenehm zu hören, bei jemandem der früher morgens immer gerne Kaffee getrunken hat oder auch während dem Trippen gerne mal zu Energys greift.

Natürlich können all diese Dinge die Wahrscheinlichkeit eines schlechten Trips nur verringern, niemals komplett verhindern. Horrortrips werden immer noch passieren; es wird immer noch negative Erfahrungen geben, aus denen man lernen kann. Aber vor allem für Anfänger und ängstliche Menschen kann sich die Einnahme von Lavendelöl und L-Theanin als ein großartiges Mittel zur Verringerung von Angst und Furcht erweisen.

10/10 Empfehlung für die Verwendung von L-Theanin und Lavendelöl in Kombination mit Pilzen, LSD und DMT.

Zusammenfassung und weitere Dinge die helfen können:

  • Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass GABAerge wie Lavendelöl und L-Theanin aktiv positive Trips begünstigen können und negative Trips abschwächen. Besonders geeignet ist die Einnahme für Anfänger oder ängstlichere Menschen.
  • Konsumenten zufolge, hilft bei ihnen auch die Einnahme von Phenibut. Eingenommen wird 1,5g einen Tag vor dem Trip. Dies könnte aber die kognitiven und therapeutischen Aspekte des Trips beeinflussen (für Leute geeignet, die die kompexen Gedankengänge auf LSD vermeiden wollen).
  • Viele Menschen bevorzugen aber Bier und berichten von guten Erfahrungen in Kombination mit LSD.
  • Anderen hilft auch die Einnahme von Magnesium (eine Dauereinnahme hilft übrigens auch gegen Kieferschmerzen vom MDMA-Konsum) und Melissentee.

Beitragsbild stammt aus dem wundervollen Buch Bicycle Day von Brian Blomerth, das ihr hier kaufen könnt.

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