Schlechter Trip (Horrortrip)

Ein „schlechter Trip“ (auch als „Horrortrip“ bekannt, englisch „bad trip„) ist eine beunruhigende Erfahrung im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Halluzinogenen, typischerweise Psychedelika wie LSD, Psilocybin und DMT, kann sich aber auch auf Dissoziantien wie Ketamin oder Dextromethorphan beziehen. Ein schlechter Trip kann manchmal mit anderen Substanzen wie Cannabis und MDMA auftreten.

Sie können sich als eine Reihe von Gefühlen manifestieren, wie Angst, Paranoia, das unerschütterliche Gefühl des unvermeidlichen und unmittelbar bevorstehenden persönlichen Unheils/Todes oder Zustände von ungelöstem Terror, von denen sie glauben, dass sie auch nach Abklingen der Wirkung der Substanz anhalten werden.

Psychedelische Spezialisten in der therapeutischen Gemeinschaft betrachten unangenehme Erfahrungen nicht notwendigerweise als bedrohlich oder negativ, sondern konzentrieren sich stattdessen auf ihr Potenzial, dem Anwender großen Nutzen zu bringen, wenn richtig damit umgegangen wird.

Schlechte Trips können durch die Unerfahrenheit oder Verantwortungslosigkeit des Anwenders oder das Fehlen einer angemessenen Vorbereitung und Umgebung für den Trip noch verschlimmert werden und sind Ausdruck ungelöster psychologischer Spannungen, die im Laufe des Erlebnisses ausgelöst werden.

Es wird vorgeschlagen, dass solche Krisen zumindest dadurch bewältigt werden können, dass man die Person daran hindert, sich selbst oder andere zu verletzen, dem Betroffenen einen sicheren und bequemen Platz zur Verfügung stellt und den Ausflügler beaufsichtigt, bis alle Wirkungen der Droge vollständig abgeklungen sind.

Eine Person, die die halluzinogenen Erfahrungen anderer mit der Absicht der Schadensverhütung beaufsichtigt, wird allgemein als „Trip-Sitter“ bezeichnet.

Anker

Ein „Anker“ kann im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Halluzinogenen definiert werden als eine Aktivität oder ein physischer Gegenstand, der einen selbst bei starker Unterdrückung und Verzerrung des Zeit-, Raum-, Sprach-, Ego- und Kurz-/Langzeitgedächtnisses am Boden hält. Bei höheren Dosierungen kann dies zu extremer Desorientierung und Verwirrung führen. Anker werden oft eingesetzt, um dem entgegenzuwirken und das eigene Konzept der aktuellen Situation so zu erhalten, wie es in der Realität ist.

Beispiele für Anker sind:

  • Vertraute und aufmunternde (nichts trauriges) Musik – Schau dir doch hierzu mal meine Playlisten auf Spotify an und lass ein Follow da! Die Erstellung einer eigenen Playlist, die aus Musik besteht, die man mit Glücklichsein assoziiert, ist jedoch sehr empfehlenswert.
  • Ein äußerst persönliches und tief verankertes (emotionales) Bild oder Objekt
  • Kontinuierliche Wiederholung eines bedeutungsvollen Wortes oder Mottos als Mantra
  • Eine leicht lesbare Erinnerung auf ein großes Blatt Papier zu schreiben und sie während des ganzen Erlebnisses dicht im Blickfeld des Betrachters zu platzieren. – Übliche Erinnerungshilfen enthalten den Namen der Substanz zusammen mit ihrer Dosierung und Sätzen wie „Du trippst gerade auf LSD“. Das gleiche Prinzip kann verwendet werden, um Erinnerungen auf die Hand oder andere sichtbare Körperteile zu schreiben.
  • Ein Kleidungsstück oder ein Accessoire, das nur während des trippens getragen wird und daher mit dem Trippen in Verbindung steht.

Trips unterbrechen

Wenn man beschließt, dass die Reise enden soll, können Benzodiazepine und andere Anxiolytika, wie z.B. einige Antipsychotika, als analoger „Auswurfknopf“ eines immer schlechter werdenden oder ausgiebig langen Reise betrachtet werden.

Sie sind sehr nützliche Hilfsmittel, um Panikattacken, Paranoia und mögliche traumatische Erfahrungen zu verhindern. Wenn diese zur Verfügung stehen, solltest du sie auf jeden Fall griffbereit halten, da sie äußerst wirksame Mittel zur Linderung einer halluzinogenen Krise sind. Alkohol ist weithin geeignet und kann als Anxiolytikum verwendet werden, wenn keine besser geeigneten Medikamente zur Verfügung stehen. Stelle sicher, dass die Kombination von zwei oder mehr Substanzen keine gefährlichen Kombinationen (Mischkonsum) sind.


Große Teile dieses Artikels sind direkte Übersetzungen aus dem PsychonautsWiki.

Ich berufe mich dabei auf die Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0 des Wikis, weshalb dieser Artikel auch darunter fällt. Einige wenige Sätze wurden geändert oder umformuliert.

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