Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2022 NSFW-Warnung

In dem ersten Teil meiner neuen Reihe „Mythen und Legenden rund um…“ geht es um LSD. Genauer gesagt um The Baby-Roast (übersetzt etwa „Das gebratene Baby“) auch bekannt als The Hippy Babysitteroder The Cooked Baby.

Um LSD ranken sich die seltsamsten „Urban Legends“ (Sagen) und Geschichten von allen Drogen überhaupt. Und wen wunderts? So ist LSD doch eine sehr starke, psychedelische und halluzinogen wirkende Droge, die vor allem während der Gegenkultur der 68er und Hippie-Bewegung der 60er und 70er Jahre stark verbreitet war (und erst in den letzten Jahren wieder vermehrt konsumiert wird). Viele Mythen haben ihren Ursprung aus jener Zeit.

So auch folgende Erschreckende, die sich in den 60er Jahren zugetragen soll:

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Doch weiter im Text:

Ein junges Ehepaar möchte abends ausgehen und lässt ihr Baby für ein paar Stunden in der Obhut eines jugendlichen Mädchens. So weit, so normal.

Die besorgte Mutter ruft irgendwann zu Hause an um sich zu erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Das Mädchen bejaht, das alles in Ordnung ist und sie eben den Truthahn in den Ofen getan hat. Beruhigt legt die Mutter auf, bis ihr kurz darauf klar wird, dass sie daheim gar keinen Truthahn haben.

Sofort fahren die Eltern nach Hause und finden das Mädchen trippend im Wohnzimmer vor. Das Kinderkörbchen ist leer (in einer anderen Version der Geschichte liegt der Truthahn da) und im Ofen finden sie das tote Baby.

Doch keine Sorge, es handelt sich nur um eine weitere „Anti-Drogen-Geschichte“, Snopes hat bestätigt, dass es sich nur um eine Legende handelt, die in den 70er Jahren verbreitet worden ist. Es gibt sogar eine Anspielung in der Simpsons-Folge „The Secret War of Lisa Simpsons“ (letzte Folge der 8. Staffel) über diesen Mythos.

Leider wurde diese Legende seit den 70ern traurige Wahrheit (auch wenn in keinem dieser Fälle LSD im Spiel war).

Am nächsten kam wohl der Fall vom Mai 2009, bei dem ein Mann aus Ohio, high auf Phencyclidin (Angel Dust) versucht hat seinen 28-Tage alten Sohn in den Ofen zu stecken. Er wurde gerade noch rechtzeitig von der Mutter gestoppt.

Kein Jahr später, im März 2010, hat ein Mann aus Kentucky, der zuvor Cannabis und Alkohol konsumiert hatte, sein 5-Wochen altes Baby in den Ofen gesteckt. Dem Baby ist nichts passiert, der Ofen war aus.

Es kam auch zu weniger glücklichen Enden. Wer darüber nicht lesen will, sollte jetzt aufhören zu lesen.

Ein Fall, der die Legende angeblich war machen sollte (obwohl wieder kein LSD im Spiel war), trug sich 1999 zu. Virginian Elizabeth Renee Otte, damals 19 Jahre alt, hat ihr ein Monate altes Baby lebendig in der Mikrowelle gebraten. Angeblich soll sie verwirrt gewesen sein, weil sie zuvor einen epileptischen Anfall erlittet hat.

2005 hat China Arnold ihr Baby, das kein Monat alt war, in der Mikrowelle ermordet, nachdem sie sich über das Sorgerecht des Kindes gestritten hat. Sie wurde für Schuldig gesprochen und verbüßt eine Lebenslange Haftstrafe. Sie sagte, sie war unter dem Einfluss von Alkohol.

Wie man sieht, gibt es eine Anzahl an Fällen, in denen Säuglinge in die Mikrowelle gesteckt wurden. Es handelte sich häufig um Fälle von vorsätzlicher Kindestötung. In manchen Fällen handelte es sich um Unfälle, wie dem traurigen Fall mit den epiletischen Anfällen. In anderen Fällen war Alkohol, oder andere Drogen im Spiel.

Um die „Urban Legend“ aber abschließend zu den Akten zu legen, muss nochmal festegehalten werden: Es sind keine Fälle bekannt, in denen Babys in der Mikrowelle (oder den Ofen) speziell auf LSD oder einer anderen psychedelischen Droge gesteckt wurden. Es gibt jedoch viele dokumentierte Fälle von psychotischer Gewalt unter dem Einfluss von Phencyclidin (PCP). PCP ist nicht mit LSD verwandt. Weiteres dazu in einem späteren Artikel.

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