Zuletzt aktualisiert am 9. Oktober 2022 Das psychedelische Pharamunternehmen „MindMed“ hat angekündigt, an einem neuartigen Wirkstoff zu arbeiten, mit dem sich die Auswirkungen eines LSD-Trips stoppen lassen sollen. Ja, ihr habt richtig lesen. Der LSD Off-Switch kommt.

Der Wirkstoff soll in erster Linie Patienten in psychedelischen Therapiesitzungen ermöglichen, den Trip vorzeitig zu beenden oder zumindest zu verkürzen, etwa wenn sie sich unwohl fühlen oder bei einem Horrortrip.

Forscher aus Basel treiben die LSD-Forschung voran

Die neue Ankündigung erfolgt einige Wochen, nachdem „MindMed“ die Unterzeichnung eines exklusiven, mehrjährigen Vertrags mit dem „Liechti-Labor“, einem psychedelischen Forschungslabor unter der Leitung von Matthias Liechti an der Universität Basel in der Schweiz, bekannt gegeben hat.

„Die innovative und originelle Arbeit des Liechti-Labors ist eine Fundgrube neuartiger Daten zu LSD“, sagt JR Rahn, Co-CEO von MindMed. „Wir stehen erst am Anfang mehrerer bedeutender Entdeckungen, die das Potenzial haben, die Anwendung von Psychedelika als therapeutische Medikamente voranzutreiben“.

„MindMed“ sagt, es habe eine Patentanmeldung für „eine Neutralisator-Technologie eingereicht, die die Auswirkungen eines LSD-Trips während einer Therapiesitzung verkürzen und stoppen soll“.

Es ist unklar, was genau diese LSD-neutralisierende Verbindung eigentlich ist. New Atlas wandte sich zur Klärung direkt an Matthias Liechti und fragte ihn, ob es bereits veröffentlichte Forschungsergebnisse gebe, die Einblicke in die Wirkungsweise dieser vorgeschlagenen Verbindung geben. Liechti sagte, die Forschung sei noch im Gange und könne keine spezifischen Details liefern.

Ketanserin als Wirkungsblocker?

„Ich kann sagen, dass wir ein Programm geplant haben, das die Verwendung einer Reihe von Verbindungen zur Behandlung negativer akuter Erfahrungen mit Halluzinogenen untersucht, um deren klinisch-sichere Anwendung zu erhöhen“, antwortete Liechti in einer E-Mail an New Atlas. „Klassischerweise umfassten solche Behandlungen Benzodiazepine oder Haloperidol. Ketanserin wurde bisher zur Untersuchung des Wirkmechanismus psychedelischer Substanzen eingesetzt.“

Ketanserin ist eine Verbindung, die zuletzt von psychedelischen Forschern in Studien verwendet wurde, um die subjektiven und neuronalen Effekte von LSD zu blockieren. Es wird vermutet, dass Ketanserin, das klinisch als blutdrucksenkendes Medikament eingesetzt wird, die Wirkungen von LSD stört, indem es die Serotonin-2A-Rezeptoren im Gehirn blockiert. Liechti gab keine Hinweise darauf, ob diese neuartige neue Verbindung die Wirkungen von LSD auf ähnliche Weise blockiert, gab jedoch Einblicke in die allgemeinen Zwecke und Ziele der Forschung.

„Das neuartige Konzept besteht darin, die Wirkungsdauer und die Wirkungsintensität eines Psychedelikums in hohen Dosen zu verringern, zum Beispiel in Fällen, in denen Panik entsteht oder in Überdosierungen und nachdem das Halluzinogen eingenommen wurde“, schreibt Liechti an New Atlas. „Die Schnelligkeit der Wirkung wird von den Besonderheiten der Formulierung abhängen, die getestet und entwickelt wird“.

Ein wirksames Präparat würde eine breitere klinische Anwendung ermöglichen

„MindMed“ behauptet, die Entwicklung einer wirksamen LSD-neutralisierenden Verbindung würde das Sicherheitsprofil der psychedelischen Therapie erheblich verbessern. Da die Wirkungen von LSD oft acht bis zwölf Stunden anhalten können, wäre das klinische Potenzial der Droge begrenzt. „MindMed“ ist der Ansicht, dass ein Präparat, das die subjektiven Wirkungen von LSD stoppen könnte, eine breitere klinische Anwendung ermöglichen könnte.

Zu den weiteren gemeinsamen psychedelischen Wissenschaftsprojekten, die zwischen MindMed und dem Liechti-Labor laufen, gehören eine derzeit laufende Phase-2-Studie, in der hochdosiertes LSD zur Behandlung von Angstzuständen getestet wird, und eine demnächst beginnende Phase-2-Studie, in der LSD-Mikrodosen für ADHS bei Erwachsenen getestet werden.

Beitragsbild: ©MindMed

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