Externe Halluzinationen

Eine externe Halluzination (auch äußere Halluzination, englisch External hallucination) ist definiert als die Wahrnehmung einer visuellen Halluzination, die sich nahtlos in die äußere Umgebung einfügt, als ob sie tatsächlich stattfände. Dies steht im krassen Gegensatz zu internen Halluzinationen, wie z. B. Träumen, die ausschließlich in einer imaginären Umgebung stattfinden und typischerweise nur mit geschlossenen Augen wahrgenommen werden können.

Dieser Effekt kann sich in den 4 verschiedenen Intensitätsstufen manifestieren, die im Folgenden beschrieben werden:

  • Flüchtige Halluzinationen – Auf der niedrigsten Stufe bestehen äußere Halluzinationen im Allgemeinen aus Bewegungen innerhalb des peripheren Sehfeldes und schlecht definierten, flüchtigen Halluzinationen, die verschwinden, sobald eine Person eine Doppelnase nimmt.
  • Vage definierte Halluzinationen – Auf dieser Stufe sind die Halluzinationen innerhalb der direkten Sichtlinie sichtbar, aber in ihrer Erscheinung nicht vollständig definiert. Das bedeutet, dass sie zwar sichtbar sind, aber nicht vollständig detailliert aussehen und oft extrem verschwommen oder halbtransparent mit wenig oder gar keiner Farbe sind.
  • Teilweise definierte Halluzinationen – Auf dieser Stufe werden die Halluzinationen in ihrer Detailgenauigkeit und Lebendigkeit deutlich genug, um über transparente, farblose oder verschwommene Erscheinungen hinauszugehen. Sie bleiben jedoch immer noch nicht überzeugend und entsprechen nicht ganz dem Detailreichtum des täglichen Lebens.
  • Vollständig definierte Halluzinationen – Auf dieser Stufe sind die Halluzinationen vollständig realistisch geworden und verschwinden nur noch selten, weil eine Person doppelt nimmt. Sie sind nun zu einem völlig überzeugenden und fotorealistischen Aussehen fähig und ihr Verhalten wird weitaus lebensechter. Außerdem können sie so zahlreich werden, dass sie die gesamte Umgebung der Person vollständig einnehmen.

Neben einem spezifischen Niveausystem gibt es auch bestimmte Umgebungsfaktoren, die sowohl die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von externen Halluzinationen als auch den Detailgrad, mit dem sie dargestellt werden, direkt verändern. Je ungewohnter zum Beispiel die äußere Umgebung einer Person ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich dieser Effekt manifestiert. Unordentliche Räume neigen dazu, mehr externe Halluzinationen zu erzeugen, und die Lichtmenge in einem Raum ist umgekehrt proportional zu deren Intensität, wobei weniger Licht zu deutlich mehr Halluzinationen führt und mehr Licht zu weniger, dafür aber detaillierteren Halluzinationen.

Der Inhalt dieser externen Halluzinationen kann weiter in vier verschiedene Unterkomponenten unterteilt werden. Diese werden in eigenen Artikeln beschrieben und dokumentiert, die unten aufgeführt sind:

  • Autonome Einheiten
  • Objekt-Aktivierung
  • Perspektivische Halluzination
  • Szenarien und Schauplätze
  • Einstellungen, Szenerien und Landschaften
  • Schattenpersonen

Es ist erwähnenswert, dass der Inhalt, der Stil und das allgemeine Verhalten einer externen Halluzination oft stark vom emotionalen Zustand der Person abhängt, die sie erlebt. Zum Beispiel wird eine Person, die emotional stabil und im Allgemeinen glücklich ist, eher dazu neigen, neutrale, interessante oder positive Halluzinationen zu erleben. Im Gegensatz dazu neigt eine Person, die emotional instabil und allgemein unglücklich ist, eher zu unheimlichen, angstauslösenden und negativen Halluzinationen.

Externe Halluzinationen werden oft von anderen zeitgleichen Effekten wie Delirium, internen Halluzinationen und Wahnvorstellungen begleitet. Sie werden am häufigsten unter dem Einfluss von hohen Dosen deliranter Substanzen wie DPH, Datura und Benzydamin ausgelöst. Sie können jedoch auch seltener unter dem Einfluss von Psychedelika, Dissoziativa, stimulierenden Psychosen und Schlafentzug auftreten.

Variationen

Die spezifischen Unterschiede zwischen den einzelnen möglichen Arten von externen Halluzinationen können in die folgenden Variationen unterteilt werden:

  • Luzid vs. Delirium – Eine Person, die einen halluzinatorischen Zustand erlebt, kann ein konsistentes Bewusstseinsniveau in Bezug auf die Tatsache aufrechterhalten, dass keine dieser Ereignisse tatsächlich stattfinden und dass die Effekte einfach das Ergebnis einer drogeninduzierten Halluzination sind. Im Gegensatz dazu können Halluzinationen auch völlig glaubhaft werden, egal wie unsinnig sie auch sein mögen, genau so wie eine Person kein Problem damit hat, absurde und nicht-lineare Handlungen innerhalb unserer Träume zu akzeptieren.
  • Interaktiv vs. fixiert – Halluzinatorische Zustände können sich entweder als völlig separat präsentieren, ähnlich wie ein Video, das sich vor dem eigenen Blickfeld abspielt, oder sie können völlig interaktiv sein. Zum Beispiel ist es durchaus möglich, sich mit autonomen Entitäten zu unterhalten oder mit imaginierten Objekten auf eine Weise zu interagieren, die dem luziden Träumen ähnelt.
  • Neue vs. Alte Erfahrungen – In Bezug auf ihren Gegenstand können Halluzinationen entweder völlig neue Erfahrungen sein oder sie können alte, alltägliche Erfahrungen und wiedergegebene Erinnerungen sein.
  • Kontrollierbar vs. Autonom – Bilder und Halluzinationen können teilweise bis vollständig kontrollierbar sein. Dies kann so beschrieben werden, dass ihr Inhalt immer perfekt dem allgemeinen Thema und Gegenstand des aktuellen Gedankenstroms zu folgen und zu passen scheint, wobei der Grad der Kontrolle variiert. Im Gegensatz dazu sind autonome Halluzinationen völlig spontan in ihrer Thematik und völlig unkontrollierbar.
  • Geometrisch vs. fest – Halluzinationen können aus kondensierter psychedelischer Geometrie bestehen oder aus realistischen Materialien, abhängig von der konsumierten Substanz.

Drogen, die diese Wirkung auslösen können:


Große Teile dieses Artikels sind direkte Übersetzungen aus dem PsychonautsWiki.

Ich berufe mich dabei auf die Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0 des Wikis, weshalb dieser Artikel auch darunter fällt.

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