Driften

Driften (Drifting) ist definiert als die Erfahrung, dass die Textur, die Form und die allgemeine Struktur von Objekten und Landschaften zunehmend verzerrt, verschmolzen und gemorpht erscheinen. Diese Veränderungen nehmen allmählich an Intensität zu, während eine Person starrt, sind aber vorübergehend und kehren zu ihrem normalen Erscheinungsbild zurück, sobald eine Person ein zweites Mal hinguckt.

Dieser Effekt kann sich in den 4 verschiedenen Intensitätsstufen manifestieren, die im Folgenden beschrieben werden:

  • Peripherie – Auf der niedrigsten Stufe kann das visuelle Driften als ein Wackeln gerader Linien innerhalb der äußeren Umgebung beschrieben werden. Es tritt ausschließlich im peripheren Sehbereich einer Person auf und kann nicht direkt betrachtet werden.
  • Direkt – Auf dieser Stufe nimmt das visuelle Driften nicht unbedingt an Intensität zu, sondern kann nun direkt im zentralen Blickfeld einer Person betrachtet werden. Dies verändert teilweise das Erscheinungsbild und die Form von Formen, Objekten und Szenerien in der äußeren Umgebung, wodurch sie auf subtile Weise driften, sich verbiegen und morphen.
  • Deutlich – Auf dieser Stufe wird das visuelle Driften stark genug, um die Form bestimmter Objekte in der äußeren Umgebung einer Person drastisch zu verändern und zu transformieren. Wenn man auf einen festen Punkt starrt und die Augen relativ unbeweglich hält, kann der Effekt stark genug sein, um Objekte nach und nach von ihrer ursprünglichen Form unkenntlich zu machen.
  • Allumfassend – Auf der höchsten Stufe des visuellen Driftens wird die Intensität so stark, dass nicht nur bestimmte Objekte, sondern jeder einzelne Punkt im Blickfeld einer Person und die gesamte äußere Umgebung verzerrt werden. Dadurch entsteht der Eindruck einer extrem verschmierten, verzerrten und vermischten Masse von unerkennbaren visuellen Daten.
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Das Driften wird oft von anderen zeitgleichen Effekten begleitet, wie z. B. symmetrischen Texturwiederholungen und Leuchtspuren. Es wird am häufigsten unter dem Einfluss moderater Dosen psychedelischer Substanzen, wie LSD, Psilocybin und Meskalin, ausgelöst. Er kann aber auch in geringerem Ausmaß unter dem Einfluss bestimmter Stimulanzien und Dissoziativa wie MDMA oder 3-MeO-PCP auftreten.

Die besondere Art dieses visuellen Effekts hängt von der spezifischen, ständig wechselnden Richtung, Geschwindigkeit und dem Rhythmus der Verzerrung ab. Daraus ergibt sich eine kleine Vielfalt unterschiedlicher Erscheinungsformen, die im Folgenden definiert und aufgelistet werden:

Morphing

Morphing kann als ein Stil des visuellen Driftens beschrieben werden, der sowohl in seinem Rhythmus als auch in seiner Richtung völlig unorganisiert und spontan ist. Es führt dazu, dass sich Objekte und Szenerien scheinbar allmählich verändern, morphen und sich in ihrer Größe, Form und Konfiguration verziehen.

Atmen (Breathing)

Atmen kann als ein Stil des visuellen Driftens beschrieben werden, der dazu führt, dass sich Objekte und Szenerie in einem gleichmäßigen Rhythmus stetig nach innen zusammenziehen und nach außen ausdehnen, ähnlich wie die Lungen eines lebenden Organismus.

Schmelzen (Melting)

Melting kann als ein Stil des visuellen Driftens beschrieben werden, der dazu führt, dass die Textur von Objekten und Landschaften ganz oder teilweise zu schmelzen scheint. Es beginnt bei niedrigeren Intensitäten als eine allmähliche Verzerrung der Textur eines Objekts, die dazu führt, dass sie subtil herunterhängen, wackeln und ihre strukturelle Integrität verlieren. Dies steigert sich allmählich, bis es unmöglich wird, es zu ignorieren, da die Linien, Texturen und Farben zwischen soliden Objekten in einem extrem fließenden Stil ineinander verschmelzen.

Fließend (Flowing)

Fließen kann als ein Stil des visuellen Driftens beschrieben werden, der fast ausschließlich auf Texturen aufzutreten scheint (besonders, wenn sie sehr detailliert, komplex oder rau aussehen). Es führt dazu, dass die Texturen wie ein Fluss in einer nahtlosen, geloopten Animation zu fließen scheinen. Es ist besonders häufig bei Holzmaserungen oder dem Fell von Tieren zu beobachten.

Beispielbilder

Quelle
Living room von Chelsea Morgan
Quelle
Quelle
Sternennacht von Vincent Van Gogh

Variationen

Die spezifischen Unterschiede zwischen den einzelnen möglichen Arten des Driftens lassen sich in die folgenden Variationen unterteilen und können unabhängig von der Effektstärke auftreten:

  • Kompliziert vs. Simpel – Driften kann die äußere Umgebung in einer Weise verändern, die sich in viele verschiedene komplexe Richtungen ausbreitet und dazu führt, dass das ursprüngliche Stück sensorischen Inputs in seinem Aussehen völlig unkenntlich wird. Alternativ dazu kann es simpler Natur sein und aus einfachem Verziehen, Wackeln und Verbiegen bestehen, selbst bei hohen Dosen psychoaktiver Substanzen.
  • Langsam vs. Schnell – Driften kann sich als Veränderungen manifestieren, die mit einer plötzlichen Geschwindigkeit fortschreiten und eine schnelle Bewegung im Gesichtsfeld erzeugen, oder es kann sich allmählich manifestieren und sich langsam bewegen, während eine Person in das Bild starrt.
  • Sanft vs. Zitternd – Driften kann sich als sanfte, fließende und nahtlose Bewegung manifestieren oder es kann sich als zitternd mit einer extrem langsamen Bildrate manifestieren, die sich in plötzlichen und partiellen Übergängen bewegt.
  • Statisch vs. flüchtig – Das Driften kann entweder in seiner verzerrten Position einfrieren, bis man eine doppelte Aufnahme macht, oder es kann extrem flüchtig sein und sich zurücksetzen, sobald eine Person versucht, direkt darauf zu schauen.
  • Realistisch vs. Unrealistisch – Drifting kann entweder überzeugend natürlich und lebensecht in seiner Erscheinung und Bewegung aussehen oder extrem cartoonartig, übertrieben und unrealistisch wirken.

Drogen, die diese Wirkung auslösen können:


Große Teile dieses Artikels sind direkte Übersetzungen aus dem PsychonautsWiki.

Ich berufe mich dabei auf die Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0 des Wikis, weshalb dieser Artikel auch darunter fällt.

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