Zuletzt aktualisiert am 13. August 2022

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich liebe Geschichte. Und ich liebe Drogen. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diese beiden Interessensgebiete kombiniere. Daher soll es auch in Zukunft hin und wieder kleine geschichtliche Exkurse auf meinem Blog geben.

Und dranbleiben lohnt sich, so hätte ich sonst nie so interessante und intelligente Menschen entdeckt wie Albert Hoffmann, dem (Wieder-)Entdecker des LSD oder Alexander Shulgin, der oft als „Vater von Ecstasy“ betitelt wurde und wird.

Heute aber geht es um andere Menschen und auch um eine andere Droge (dranbleiben lohnt sich trotzdem! 😉 ).

Wie dem Titel unschwer zu entnehmen ist, gebe ich heute einen kleinen Einblick in die Geschichte um die Entdeckung von Amphetamin und Methampetamin und um die darin verwickeltenen Personen dahinter.

Alles Begann 1887 als am 18. Januar das erste Mal Amphetamin synthetisiert wurde.

Der Entdecker des Amphetamins: Wer war Lazăr Edeleanu?

Seltsamerweise ist recht wenig bekannt über diesen wichtigen Chemiker namens Lazăr Edeleanu. Da die psychotrope Wirkung des damals unbekannten alpha-Methyl-phenethyl-amin erst rund vierzig Jahre später erkannt wurde, erlangte er Zeit seines Lebens größere Bedeutung aufgrund seiner Entdeckung der Raffinierung des Erdöls, mit dem ihm gelang aus Rohöl Benzin und vieles mehr zu gewinnen. Dieses nach seinem Namen getauftem Verfahren wird auch heute noch in vielen Erdölraffinerien auf der ganzen Welt benutzt.

Aufgrund der Bedeutsamkeit seiner Experimente im Bereich des Erdölraffinierens und seiner Entdeckung einer der meist verbreitetesten Drogen aller Zeiten dürfte er sich, scherzhaft angelehnt an Shulgin, gerne „Vater des modernen Erdölzeitalters“ und „Vater von Speed“ nennen.

Lazăr Edeleanu wurde am 1. September 1861 in Bukarest, Rumänien, in eine jüdische Familie geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater war von Beruf Drechsler.

Er promovierte von 1883 bis 1887 an der Unversität Berlin mit eben jener Arbeit zur Erstynthese des Amphetamins. Erst rund vierzig Jahre später entdeckten Wissenschaftler, dass die streng riechende Substanz ähnlich aufgebaut ist wie das Stresshormon Adrenalin.

Zynischer Weise war es eben jene Substanz, die im Zweiten Weltkrieg vor allem zu Beginn des Krieges bei den Blitzkriegen viele deutsche Soldaten und Oberbefehlshaber körperlich und geistig pushte und tagelang wach hielt. Ihr jüdischer Entdecker floh rechtzeitig aus Deutschland zurück nach Bukarest, wo er 1941 im Alter von 79 Jahren starb.

Die Wiederentdeckung und Verbreitung von Amphetamin und Methamphetamin

1927 prägte der US-amerikanische Biochemiker Gordon Alles den Namen Amphetamin. 1932 lies er sich Amphetamin patentieren.

Gordon Alles war auf der Suche nach einem Substitut (Ersatz) für das 1926 eingeführte Ephedrin, das chemisch nahe verwandt mit Methampetamin ist und deswegen heutzutage in fast allen Ländern streng reglementiert ist.

Ephedrin hat eine lange Geschichte an Anwendungsmöglichkeiten. So wurde es etwa früher gegen Asthma, gegen Heuschnupfenbeschwerden oder als Ersatz für Atropin eingesetzt. Aufgrund seiner appetitzügelnden und fettverbrennenden Wirkung ist und war es auch ein häufig eingesetztes Schlankheitsmittel.

Das britische Pharamaunternehmen „Smith, Kline & French“ (heute „GlaxoSmithKline“) brachte zeitgleich 1932 Amphetaminsulfat unter dem Namen Benzedrine auf den US-amerikanischen Markt. In Deutschland kam das Mittel unter den Namen Benzedrin (verschreibungsfrei) in die Läden und wurde zur Weitung der Bronchien bei Atemwegserkrankungen wie Asthma genutzt.

Kurz nach der patentierung durch Gordon Alles wurde Amphetamin das erste wirsksame Antidepressivum und wurde öffentlich für verschiedene Zielgruppen beworben. Nebenwirkungen wurden bewusst verschwiegen und relativiert. Vor allem die massenweise Vergabe im Zweiten Weltkrieg in Deutschland (Methamphetamin, Pervetin) und den USA (D, L-Amphetamin, Benzedrin) trugen zu einem riskanten und äußerst schädlichen Gebrauch in der Zivilgesellschaft bei.

Amphetamin wurde für eine Vielzahl von Einsatzgebieten verschrieben: Als Appetithemmer, gegen Erkältungen, bei Narkolepsie, Depressionen, Schwangerschaftserbrechen und nach übermäßigem Alkoholkonsum („Kater“). Erst 1941 wurde die Substanz aufgrund seines sich häufenden Missbrauchs und Suchtfällen dem Reichsopiumgesetz unterstellt, wodurch Amphetamin nicht mehr rezeptfrei erhältlich war und stärker reglementiert wurde.

Das im Zweiten Weltkrieg in Deutschland benutzte Pervetin war sogar noch bis 1988 in Deutschland im Handel. Seit 2008 darf Methamphetamin nicht mehr verschrieben werden, um den nicht-medizinischen Gebrauch zu unterbinden. Amphetamin hingegen wird in Deutschland wenn es um die Behandlung von ADHS und der Schlafstörung Narkolepsie geht immer noch verschrieben.

Erfolgsgeschichte Adderall?

Der Pharmariese Shire Pharmaceuticals stellte 1996 Adderall zur Behandlung von ADHS für den amerikanischen Markt vor. Über 20 Jahre später ist Adderall eines der am meist missbrauchsten und unter Studenten genutzten Medikamente.

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