Atemdepression

Atemdepression (auch als Hypoventilation bekannt) kann als verminderter Atemdrang beschrieben werden, der je nach Intensität tödlich sein kann. Bei relativ sicheren Werten verursacht dieser Effekt typischerweise ein „seufzendes“ Atemmuster, das als tiefe Atemzüge beschrieben werden kann, die durch ungewöhnlich lange Pausen voneinander getrennt sind. Bei höheren Konzentrationen kann eine Person jedoch ohne sofortige Behandlung ganz aufhören zu atmen, was schnell tödlich sein kann.

Dieser Effekt kann sich über die 4 verschiedenen Intensitätsstufen hinweg manifestieren, die im Folgenden beschrieben werden:

  1. Minimale Atemdepression – Auf der niedrigsten Stufe ist die Atemdepression typischerweise so subtil, dass sie nicht wahrnehmbar ist und von einer leichten Sedierung begleitet wird.
  2. Moderate Atemdepression – Auf dieser Stufe wird sich die Person des Gefühls bewusst, dass sie weniger Atemzüge pro Minute als gewöhnlich macht. Dieser Grad der Atemdepression ist nicht unangenehm und führt nicht zu Kurzatmigkeit, Kämpfen oder Beeinträchtigung der Atmung.
  3. Schwere Atemdepression – Bei diesem Grad der Atemdepression wird die Atemfrequenz einer Person deutlich verlangsamt, was dazu führt, dass die Person das Gefühl hat, abnormal zu atmen, kurzatmig zu sein und nicht genügend Luft einatmen zu können. Dadurch wird der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit der Person gewaltsam auf die manuelle Regulierung der eigenen Atmung umgelenkt, um sich nicht extrem unangenehm zu fühlen. An diesem Punkt liegt in der Regel auch eine extreme Sedierung vor, und wenn Schlaf eintritt, kann die Person möglicherweise aufwachen und nach Luft ringen und schnappen. Auf dieser Ebene treten häufig Verwirrung, Panik und Angst auf, was das starke Gefühl, dass die Atmung aufgrund von Schlaf oder mangelnder Aufmerksamkeit vollständig zum Erliegen kommt, noch verstärkt.
  4. Atemstillstand – Auf der höchsten Ebene werden die Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte der Person gefährlich beeinträchtigt. Die Person fällt in einen halbbewussten Zustand, verliert das Bewusstsein vollständig, fällt in ein Koma oder hört vollständig auf zu atmen. Die Haut, Fingernägel oder Lippen können auch eine bläuliche Farbe haben. Dieser Grad des Atemversagens ist ohne sofortige ärztliche Behandlung wahrscheinlich tödlich. Opioide, in Überdosierung oder in Kombination mit anderen Depressiva, sind berüchtigt für solche Todesfälle.

Atemdepressionen gehen oft mit anderen gleichzeitigen Wirkungen wie Sedierung und Schläfrigkeit einher. Sie wird am häufigsten unter dem Einfluss hoher Dosierungen depressiver Substanzen, insbesondere von Opioiden wie Heroin und Fentanyl oder GABAergen wie Alkohol und GHB, ausgelöst. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass ansonsten sichere Dosierungen dieser Verbindungen tödlich sein können, wenn sie mit auch nur geringen Mengen anderer Klassen von Depressiva kombiniert werden. Beispielsweise sind Benzodiazepine in Kombination mit Opioiden eine extrem häufige Ursache für eine tödliche Atemdepression. Es wird daher dringend davon abgeraten, diese Depressiva in jedem Dosierungsbereich zu kombinieren.

Behandlung einer Atemdepression

Um den Tod zu verhindern, wird empfohlen, bei einer schweren Atemdepression sofort den ärztlichen Notdienst zu kontaktieren. Bei einer Überdosierung von Opioiden sollte ein Opioidantagonist, wie z.B. Naloxon, verabreicht werden. Viele Organisationen zur Schadensminimierung (Safer-Use) stellen den Anwendern Naloxon kostenlos zur Verfügung oder es kann in Apotheken gekauft werden (einschließlich Walgreens und CVS in den USA). Naloxon wird die Atemdepression rasch rückgängig machen, es sei denn, es wird durch andere Depressiva kompliziert.

Bei anderen medikamenteninduzierten Atemdepressionen kann ein Krankenhausaufenthalt und die Unterstützung durch ein mechanisches Beatmungsgerät erforderlich sein.

Drogen, bei denen dieser Effekt auftreten kann:

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