Zuletzt aktualisiert am 13. August 2022

Foto: juul.com

 

Seit dem 19. Dezember ist der US-Amerikanische Marktführer für E-Zigaretten bei uns in Deutschland erhältlich. Kein Wunder, immerhin wird der Markt für E-Zigaretten in Deutschland auf 300-400 Millionen Euro geschätzt und 3,5 Millionen Deutsche sollen mindestens einmal bereits an einer E-Zigaretten gezogen haben.

Doch hierzulange gibt es einige Unterschiede, da die EU-Richtlinen deutlich strengere Auflagen haben, damit Juul ihr Produkt hierzulande überhaupt auf den Markt bringen durfte. So ist der Nikotingehalt je mm Flüssigkeit bei der erlaubten Höchstgrenze von 20mg, während er in Amerika bei 59mg liegt und damit deutlich höher als bei klassischen Zigaretten liegt.

„Juuling“ besonders verbreitet unter Jugendlichen

Die Flüssigkeit in einem Juul-Pod reicht für rund 200 Züge, eine Menge, die in etwa mit einer Schachtel Zigaretten zu vegleichen ist. Hierzulande erhätlich sind die Geschmacksrichtungen „Rich Tobacco“, was an eine normale Zigarette erinnert, „Mint“, also Pfefferminze, was die beliebteste Geschmacksrichtung, nicht nur hierzulande, darstellt, „Mango“, „Apple“, „Red Berries“ und „Royal Creme“. Ursprünglich gedacht um Rauchern mit ihrer Nikotinsucht zu helfen, hat sich der Trend zum „juuling“ überwiegend bei Jugendlichen ausgebreitet, was aufgrund der unterschiedlichen Geschmacksrichtungen nicht verwunderlich ist. So dampften etwa 2018 in den USA rund 3,6 Millionen Jugendliche, was einen 80% höheren Konsumanstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutete und für viele der erste Kontakt mit Nikotin sein wird. Scott Gottlieb als Chef der FDA (Food and Drug Administration) sprach davon, dass er es nicht zulassen werde, dass eine ganze Generation Jugendlicher durch diese Produkte nikotinabhängig werde.¹

Der Fall des Marktführes

Allgemein kann man in Amerika gerade den tiefen Fall des E-Zigaretten-Giganten beobachten, der mit dem Verkauf von 35% der Anteile an die Altria Group (Marlboro) im Dezember 2018 wohl seinen Höhepunkt erreicht hatte. Aktuell liegt der Marktanteil aller verkauften E-Zigaretten bei Juul immer noch bei rund 75%, jedoch könnte sich das schnell ändern, wenn man den aktuellen Geschehnissen folgt. Anfang 2019 häuften sich die Todeszahlen von E-Zigaretten-Rauchern, die (Stand November) bei 33 und 1500 Erkrankungen liegt und kein gutes Licht auf Juul und E-Zigaretten wirft und die Stimmung weiter anheitze, sodass sich selbst der US-Präsident nun eingeschalten hat und alle Geschmacksrichtungen, außer den klassischen Tabakgeschmack, verbieten lassen will. Für Juul machen diese Geschmacksrichtungen allerdings 80 Prozent der Verkäufe aus. Drohende Verbote, wie etwa in San Francisco, politischer Druck, Werbeverbote (etwa auf Instagram und Facebook) und drohende gesetzliche Beschränkungen zwangen Juul zum Handeln. Ende September wurde es CEO Kevin Burns zu viel, der erfahrene Topmangager des Marlboror-Herstellers Altria übernahm. Zusammen mit satten 500 Mitarbeiterentlassungen wurden diese Handlungen als Teil einer großen Reoganisation von Juul angekündigt. Auch in Deutschland muss Juul eine weitere Schlappe hinnehmen, nachdem zuvor gegen ein Verkaufsverbot von Kartuschen geklagt wurde – weil darauf ein Symbol fehle, welches diese als Elektroschrott kennzeichnet. Das Landgericht Düsseldorf wies einen Widerspruch ab, Juul will in Berufung gegen diese Entscheidung gehen. Bis neue Juul-Pods mit dem geforderten Symbol (und dem Namen des Unternehmens) zur Verfügung stehen, kann es noch Wochen dauern. Juul kündigt an, dass es Mitte November soweit sein soll.

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