Zuletzt aktualisiert am 13. August 2022 Ach ja, 1990. Eben waren die verrückten 80er Jahre vorbei, Deutschland ist wiedervereinigt, in Südafrika endet die Apartheid und in Deutschland ist „Pump Ab Das Bier“ Nummer-eins-Hit.

Alle glücklich? Alles gut? Nicht ganz.

Ganz im Zeichen des „War on Drugs“ wurde in Amerika der Film „Comic-Stars gegen Drogen“, Cartoon All-Stars to the Rescue im Original, veröffentlicht. Und was dabei raus kam, kann man nur als beklopptesten Anti-Drogen-Film aller Zeiten betiteln.

Der Film soll als Aufklärungsfilm (Social guidance Film) Kindern die Gefahren des Drogenkonsums näher bringen. Das ist erst mal eine feine Sache. Und um Kinder vor die Glotze zu ködern wurde der Film im Zeichentrickstil gezeichnet und viele damalige und zum Teil heute noch bekannte Cartoonhelden spielen mit, darunter etwa Winnie Puuh, Garfield, Tick, Trick und Track, Michelangelo von den Teenage Mutant Ninja Turtles und die Chipmunks.

Heute müssten da wohl (glaub ich) Charaktere aus Paw Patrol, Peppa Wutz und die kleine Prinzessin mitspielen (und Christoph Biemann von der „Sendung mit der Maus“, weil der einfach cool ist. Hätte mir Christoph als Kind gesagt, dass ich keine Gras konsumieren soll, würde ich jetzt sicher nicht diesen Artikel schreiben. 😉 )

Jedenfalls hat der Film durch die ganzen Charaktere schon etwas Kultstatus erlangt, ohne die wäre der Film zumindest komplett in Vergessenheit geraten (also schon wieder kein Artikel).

Was da aber gezeigt wird, kann man nur als komplett banal bezeichnen. Die Handlung dreht sich um den Jugendlichen Michael, der das Sparschwein seiner kleinen Schwester Connie plündert um sich damit Cannabis zu kaufen. Darauf wachen alle Spielzeuge von Connie zum Leben und versuchen Michael zu besänftigen. Nachdem Michael am Joint zieht erscheint der eigentliche Bösewicht des Films, eine typisch Cartoonartige anthropomorphische Rauchwolke, der in mit vollkommen abstrusen Argumenten dazu animieren mehr Drogen zu konsumieren.

Die normalste Szene ist wohl noch die, in der eine von Michaels Freundinnen Crack für nen Zehner besorgen will. Auch wenn das entweder der krasseste Kurs ever, oder ihr wird da einfach Mehl oder Badesalz angedreht.

Was dann folgt ist eine maslos übertriebene Aufklärungsachterbahn (nein wirklich, sie fahren wirklich Achterbahn, was wohl das auf und ab des Drogenkonsums darstellen soll, aber als Kind hätte ich das cool gefunden), die audiovisuell vermuten lässt, dass die Zeichner gerade am trippen wären. Auch als Michael sein Ich in der Zukunft sieht, lässt das Ergebnis eher an ein Crystal-Meth-Opfer erinnern, als an Cannabiskonsumenten (oder das Crack war doch kein Mehl und wirklich gut).

Nach einer lahmen, obligatorischen, Gesangsszene, in der Alf übrigens offenbar die Berliner Mauer einreißt, ist der Film auch schon geschafft.

Fazit

Mit etwa 30 Minuten Laufzeit ist der Film nicht zu lange und irgendwie ist er trotzdem, aufgrund der unfreiwilligen Komik, stellenweise unterhaltsam. Aber wahrscheinlich nüchtern nicht, also lehnt euch zurück, zündet euch einen Joint an und ab gehts mit diesem Relikt der 90er Jahre.

Comic Stars gegen Drogen
Cartoon All-Stars To the Rescue

Ach…

…als diese Stelle kam, hab ich extra zurückgespult und pausiert und zehn Minuten lang gerätselt, was das darstellen soll. Für mich sieht das aus wie Streichhölzer, eine Ocarina (das man im Deutschen offenbar mit K schreibt) und ein Bündel Stroh. Jemand eine Ahnung? 😀

 

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